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Warum sind wir ausgerechnet hier?

Rauhes Klima, klares Wasser, saubere Luft - hier sind wir dem Himmel näher...

Wir stehen hier am Bischolasee, etwa 1 Stunde Fussweg ab unserem Hof. Oben auf der Krete zwischen Safiental und Heinzenberg bzw. Hinterrheintal liegt dieser Bergsee. Den ganzen Sommer über grasen hier oben auf der Bischolaalp und unten im Carnusatal unsere Tiere. Sie leben 24 Stunden jeden Tag draussen in der Natur und gehen nur in einen einfachen Stall wenn es mehrere Tage hintereinander schneit - das kommt ab und zu mitten im Sommer vor. 

Die Pflanzenarten und Tierrassen auf unserem Hof haben sich über Jahrhunderte den klimatischen Verhältnissen angepasst - haben Eigenschaften entwickelt, die sie für diese rauhe Umgebung überlebensfähig gemacht haben. Es sind alpine Pflanzenarten und alte Nutztierrassen, die an diesem Standort gedeihen und ihre Vitalkräfte über ihre Produkte an uns weiter geben.

A`propos Nutztiere: Wir pflegen mit unseren Nutztieren und Nutzpflanzen eine gute Beziehung. Wir geben ihnen, was sie für ihr Leben und für die Erhaltung ihrer Art brauchen. Im Gegenzug nehmen wir uns von ihnen, was sie geben können: Kräuter, Heu, Dünger, Milch, Wolle, Fleisch.  

Die Haltung solcher ursprünglicher Tierrassen sowie der Anbau alpiner Pflanzenarten bedeutet das Bewahren von Kulturschätzen. Und den Erhalt von Ressourcen, die uns Menschen das Überleben bis heute ermöglicht haben. Ohne Abhängigkeit von chemischem Dünger, Importfuttermitteln und synthetischen Medikamenten.

Wir setzten auf Beziehungen in der Landwirtschaft. Auf symbiotische Beziehungen. Liebesbeziehungen. Denn Liebe ist eine gebende Energie. Sie lebt und wächst aus sich selbst heraus. Wenn sie zu reich geworden ist gibt sie, dem, der sich ihr öffnet. Wenn wir ihr Einlass gewähren, in unsere Beziehungen, dann werden alle zu Gebenden und - zu Wachsenden.  

Vorbilder für unsere Arbeit an der Erde finden wir tief im Boden unter der Ackerkrume. Bei den Kleinstlebewesen und Pilzen. Ihre Arbeit zielt auf Wachstum durch gegenseitige Unterstützung ab. Sie sammeln Stickstoff aus der Luft und reichern ihn im Boden zwischen den feinsten Pflanzen-Haarwurzeln an. Die Pilze mit ihrem feinen Myzel sammeln Phosphor. Diese Bodenlebewesen leben von Erde und von Substanzen, die von den Pflanzenwurzeln ausgeschieden werden. Die Pflanzen wiederum greifen auf die Nährstoffe zurück, die ihnen von den Kleinstlebewesen und Pilzen über das feine Wurzelwerk serviert werden. Das ganze System funktioniert besonders gut in einer dicken Humusschicht. 

Der Humus ist eine Schlüsselsubstanz. Er heisst im Volksmund auch "Mutterboden". Er ist ein sich selbst regenerierender lebendiger Organismus. Da er lebt atmet er auch. Im Winterhalbjahr atmet er ein, im Sommerhalbjahr atmet er aus. Dieser natürliche Rhythmus muss berücksichtigt werden bei allem was wir am Boden machen. 

Auch auf totem Boden kann man etwas produzieren. Mit chemisch-technischen Hilfsmitteln. Auf ein natürliches Abwehrsystem gegen Krankheiten und Parasiten kann man bei den darauf angebauten Pflanzen allerdings nicht zählen, sie gedeihen nur unter Einsatz von Pestiziden. Oder man bedient sich gentechnisch veränderter, krankheitsresistenter Pflanzen. Zwar kommen diese mit viel weniger Pestiziden aus, können allerdings für die menschliche Ernährung unverträglich oder gar nicht verwertbar sein. Weder Wasser noch Dünger kann ein toter Boden in ausreichendem Mass speichern, alles muss laufend zur Verfügung stehen oder, unter hohem Aufwand, zugeführt werden. Die Erntemengen von solchen Böden sind mengenmässig meist grösser. Wenn man Aufwand und Ertrag der beiden Anbaumethoden gegenüber stellt, so kommt die biologische und biologisch-dynamische Landwirtschaft mittel- und langfristig besser weg.